Japan in Hamburg: Dieser Blog gibt nach und nach einen kompakten Überblick über das japanische Leben in Hamburg. Alles Wissenswerte, Sehenswerte und aktuelle Veranstaltungs-Hinweise zum Thema Japan in und um Hamburg.
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Kunst-Aktion mit Motoi Yamamoto - von Hamburg nach Sylt mit den Japanfreunden
Riesige Spiralen aus Salz scheinen auf dem Innenhof des Barlach-Hauses zu schweben und erinnern an gigantische Wolkenwirbel oder peitschende Gischt. Motoi Yamamotos "fließender Garten" umfasst 140 Quadratmeter und ist auch ohne intellektuelles Brimbamborium "einfach so" ein bewegendes Erlebnis.
Wer aber tiefer in die Bedeutung seiner Kunst einsteigen möchte, kann sich über die jahrtausende-alte spirituelle Bedeutung von Salz in Japans Kultur informieren sowie weitere kulturgeschichtliche wie auch persönliche Hintergründe seiner Arbeit erfahren - und dabei noch ein bißchen mehr ins Staunen kommen.
Genug geschnackt: Einfach selber hingehen und unbedingt in den fließenden Gärten wandeln!
Noch bis diesen Sonntag, dem 13. Oktober ist die Ausstellung im Barlach-Haus (Jenischpark, Baron Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg) zu sehen.
Und jetzt kommt der Clou:
Im Rahmen der Finissage am 13. Oktober um 15.00 Uhr bekommt die Ausstellung ein "interaktives" Element:
Die Besucher können an diesem Tag das von Motoi Yamamoto in der Ausstellung verwendete Salz mitnehmen und - so der Wunsch des Künstlers (bitte Ernst nehmen!) - dem Meer zurückgeben. Das sollte für uns Hamburger kein allzu großes Problem darstellen, schließen haben wir gleich zwei Meere vor der Haustüre zur Auswahl. Yamamoto-san wünscht sich ein Foto von der Aktion und wir dürfen gespannt sein auf die Ergebnisse. Kunst-Fans sollten sich diese Gelegenheit wirklich nicht entgehen lassen, Teil eines faszinierenden Kunst-Projekts zu werden.
Und wer sich alleine nicht so leicht aufraffen kann, dem kann geholfen werden:
Die Japanfreunde Hamburg führen eine Salz-dem Meer-zurück-Aktion am 3. November - dem japanischen Tag der Kultur - durch. Wir möchten dazu auf Schleswig-Holstein-Ticket nach Westerland/Sylt fahren und dort das Salz dem Meer zurückgeben. Die Kosten pro Person betragen Euro 7,80 für die Hin- und Rückfahrt. Abfahrt ist um 9.00 Uhr im Bahnhof Altona. Für weitere Spesen ist jeder selbst verantwortlich. Bitte bis Sonntag, 27. Oktober anmelden unter japanfreundehamburg[at]googlemail.com. Alle weiteren Infos kommen dann per e-mail.
Wie immer sind auch Nicht-Mitglieder herzlich willkommen - wir freuen uns auf euch!
Weitere Informationen zur Ausstellung findet ihr hier: www.barlach-haus.de
Mittwoch, 9. Oktober 2013
Buddha in Deutschland
Wir hier auf unserem Blog empfehlen ja Dai Shin Zen und Soto-Zen, aber es gibt natürlich noch jede Menge anderer buddhistischer Schulen, die es lohnen, sich einmal näher mit ihnen zu beschäftigen.
Für alle, die neugierig sind und ein wenig in das Thema Buddhismus reinschnuppern möchten, sei am kommenden Sonntag daher folgende Veranstaltung empfohlen:
Im Buddistischen Zentrum Hamburg (Thadenstr. 79, 22767 Hamburg, www.buddhismus-hamburg.de) gibt es am 13.10.2013 von 11.00 - 18.00 Uhr Gelegenheit, sich stündlich Kurzvorträge über Buddhismus anzuhören, sich durch das Zentrum führen zu lassen, eine geleitete Meditation mitzumachen und zu fragen, zu fragen, zu fragen.
Das Café des Zentrums lockt darüber hinaus mit Brunch am Vormittag und Kaffee und Kuchen am Nachmittag.
Wir wünschen guten Appetit und Erleuchtung!
Weitere Informationen unter www.buddha-in-deutschland.de.
Dienstag, 8. Oktober 2013
And the winner is...
Der Gewinner unserer Freikarte für einen Besuch auf der Internationalen Gartenschau am 09.Oktober 2013 ist Karsten Strey aus Hamburg.
Herzlichen Glückwunsch!
Am gleichen Tag werden die Japanfreunde Hamburg dort dann auch ihre letzte Lesung der schönsten japanischen Märchen und Samuraigeschichten halten, bevor die Gartenschau schließlich am Sonntag, den 13.Oktober 2013 zu Ende geht.
Für alle, die diesmal leider kein Glück hatten:
Schaut doch demnächst einfach mal wieder hier vorbei - es gibt schon bald weitere interessante Preise rund um das Thema Japan zu gewinnen!
Mittwoch, 2. Oktober 2013
Bewerbungsschluß Japanisch-Redewettbewerb
Am 12. Oktober endet die Frist für die Teilnahme am diesjährigen Japanisch-Redewettbewerb. Wer einigermaßen eloquent ist, für den bietet sich hier eine sehr geschickte Möglichkeit, gratis nach Japan zu kommen!
Wer sich für die Details des Wettbewerbs interessiert, schaue auf www.de.emb-japan.go.jp nach.
Wir drücken allen Hamburger Teilnehmern die Daumen!
Freitag, 27. September 2013
Freikarte für die Internationale Gartenschau zu gewinnen!
Am Mittwoch, den 09. Oktober 2013 um 16.00 Uhr findet zum zweiten und letzen Mal eine Lesung der Japanfreunde Hamburg auf der diesjährigen Internationalen Gartenschau statt.
Für diesen Tag verlosen wir eine ganztägig gültige Eintrittskarte
(es besteht keine Verpflichtung zum Besuch der Lesung!).
Wer Lust und Zeit hat für einen kostenlosen Besuch der igs schreibe um zu gewinnen einfach eine e-mail mit dem Stichwort "Freikarte igs"
bis zum 04.10.2013 an japanfreundehamburg[at]googlemail.com.
Der/die Gewinner/in erhält die Karte dann rechtzeitig vorher per Post.
Viel Glück und viel Freude auf der igs!
Mittwoch, 18. September 2013
Buchbesprechung "Schwimmen mit Elefanten" von Yoko Ogawa
Bevor ich loslege sei zunächst einmal dem Münchner Liebeskind-Verlag doppelt gedankt: Zum ersten, weil er die verausgegangene Verlosung des neuen Romans von Yoko Ogawa ermöglicht hat, zum zweiten, weil - zufälligerweise ganz wie in der Besprechung des zuvor erschienenen Ogawa-Bandes gewünscht - nunmehr ein Buch von Yoko Ogawa auf Deutsch veröffentlicht wurde, das in Japan im Jahr 2009 erschien und so nun den deutschsprachigen Fans der Autorin einen Einblick in das jüngere, fast schon aktuelle Schaffen der Autorin gewährt.
Wie in "Das Geheimnis der Eulerschen Formel" greift Ogawa ein Thema von mehr oder weniger speziellem Interesse auf und vermag, auch ohne besondere Fachkenntnisse bei den Lesern vorauszusetzen, einen bleibenden Eindruck dieses Spezialgebiets zu vermitteln, der die ganze Magie dieses vermeintlich abseitigen Themas spürbar werden lässt. So auch hier. Es geht um die Welt der Schach-Freaks und Schach-Nerds. Und wer von Ogawas so fesselnden wie überzeugenden Psychogrammen ihrer Figuren immer auch einen Anteil des Magisch-Fantastisch-Surrealen erwartet, wird auch diesmal nicht enttäuscht.
Ich muß an dieser Stelle das Buch vor seinem Klappentext ein wenig in Schutz nehmen: Der Roman ist diesmal geradliniger und bodenständiger erzählt als viele seiner Vorgänger. Über weite Strecken verzichtet der Text nicht auf Plausibilität, Stringenz und Chronologie der Handlung - was im Klappentext so abgefahren anmutet, ist eher der virtuosen Verstrickung zahlreicher Leitmotive geschuldet, die mir in diesem Buch jedoch hin und wieder trotzdem etwas konstruiert und bemüht erschien. Dafür gibt es diesmal ein superromantisch-tragisches Ende, das geradezu nach einer Verfilmung schreit, bei der (selbst) man(n) schwer schlucken muß, um die Tränen zu unterdrücken. Wird hier aber nicht verraten!
Worum geht es im Roman?
Ein kleiner Junge wird mit einer Deformation geboren und seine zusammengewachsenen Lippen müssen durch plastische Chirurgie geformt werden. Dabei erhält er Lippen aus der Haut seiner Waden, weshalb er später irgendwann gegen die hartnäckige Behaarung auf seinen Lippen kapituliert. In seiner Klasse daher ein Freak, meidet er seine ihn mobbenden Mitschüler und schleicht sich bereits vor Unterrichtsbeginn in die Schule. Dabei entdeckt er eines Tages durch Zufall die Leiche eines Busfahrers, der die Schwimmanlage der Schule unerlaubt benutzte - ebenfalls ein Freak, aber ein Schwimm-Freak. Die Sache läßt dem Jungen keine Ruhe und bei seinen Nachforschungen über den obskuren Toten lernt er einen ehemaligen Kollegen des toten Busfahrers kennen, ebenfalls ein schräger Typ (den ich gerne mal auf der Leinwand erleben möchte!), der ihn für die Welt des Schach begeistert und sein Meister im urjapanischen Sinne des Wortes wird.
Aus dem jungen Freak mit den behaarten Lippen wird ein Schach-Nerd und Wunderkind. Wie alle Freaks hat er aber gleich mehrere Macken: Am besten spielt er Schach, wenn er unter dem Schachtisch sitzt und das Spiel komplett vor seinem geistigen Auge visualisiert (was die story sogar recht plausibel herleitet!).
Durch Vermittlung seines Meisters trifft er auf einen Klub Schach-Verrückter-Ogawa-Style (DAS muß man selbst gelesen haben, sonst kann man es sich nicht vorstellen) und wird durch das Zusammentreffen mit diesem Klub zum "kleinen Aljechin" - ein Schachwunderkind, versteckt in einem Schach-Automaten, der an von Kempelens "Schachtürken" erinnert, aber den "Großmeister Aljechin" auf mechanische Weise als humanoiden Automaten in der Tradition der Androiden Vaucansons wiederauferstehen lässt. In seinem Schachspiel geht es ihm mehr um Ästhetik und die Gefühle, die sich bei ihm und seinen Gegnern beim Spielen einstellen als um das Gewinnen, dazu kommt der spektakuläre Reiz des vermeintlich künstlichen Lebens eines Androiden.
Der Titel des Romans leitet sich von seiner Leitmotivik ab und dem, was das Schach in seinen abstrakten spirituell-kosmischen Dimensionen seelisch in dem Protagonisten bewirkt. Hier schafft es der Roman tatsächlich dieses Gefühl des Erhabenen, Transzendenten, Kosmischen (und was an derlei romantischen Topoi mehr passen könnte) zu vermitteln, das sich auch im Schach finden lässt, wenn man intensiv genug in das Sujet eindringt. Schließlich verquickt der Roman dies alles noch mit einer surrealen, romantischen und tragischen Liebesgeschichte, die Ogawa-Style ist, aber auch gekonnt an Parallelen aus Weltliteratur und Weltkino erinnert.
Wie der Protagonist am Ende unter Auslöschung seiner Person und seines Selbst ganz Teil des Schach-Universums wird, ist sehr japanisch gedacht und ein perfekt passendes Ende. Mehr soll aber nicht verraten werden...
Hier hat eine Autorin zu ihrem souveränen Stil gefunden und es wäre nicht fair von jedem ihrer Romane ein "das-haut-mich-jetzt-total-um" zu erwarten. Wer Ogawas Bücher mag, wird hier mehr auf seine/ihre Kosten kommen als beim Vorgängerbuch. Die Ogawa-Magie hat sie bis in die Gegenwart hinein noch drauf, die Fans können diesbezüglich also beruhigt sein. Mich besonders beeindruckt hat im Unterschied zu früheren, stärker psychologisierenden Texten die Fähigkeit der Autorin, in ein neues Sachgebiet einzutauchen und nicht nur sehr geschickt zu recherchieren, sondern aus den Ergebnissen der Recherche etwas höchst Eigenständiges, Faszinierendes zu entwickeln. Hier schafft es die Autorin auch, auf diskrete, aber sehr treffende Art auf Kollegen der Weltliteratur anzuspielen. In gewisser Weise setzt sich so die "Automaten-Literatur" des 18. und 19. Jahrhunderts in die Gegenwart fort - aber eben Ogawa-Style. Das verdient ein "Wow!" und macht hoffentlich vielen Lesern Lust auf die diversen literarischen Vorgänger von E.T.A. Hoffmann über Jean Paul bis zu Lawrence Durell und Philip K. Dick. Zu den Schach-Anspielungen kann ich leider keine kompetenten Anmerkungen machen, was die Autorin jedoch über Baron von Kempelens "Schachtürken" in ihr Werk hat einfließen lassen, ist meines Erachtens sehr gelungen.
Also: Lest selbst und wer mehr über Androide, Automaten und künstliche Menschen in der Literatur wissen möchte, dem sei das Standard-Werk zum Thema empfohlen, das es hier gibt...
Montag, 16. September 2013
And the winner is...
Die Gewinnerin unserer Verlosung eines Exemplars des Romans von
Yoko Ogawa "Schwimmen mit Elefanten" ist Meret Termöhlen.
Herzlichen Glückwunsch!
Für alle, die diesmal nicht gewonnen haben:
Schaut demnächst mal wieder vorbei, neue Gewinnspiele folgen!
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