Kurz vor den Toren Hamburgs fand bis vor wenigen Tagen ein Schüleraustausch des Glinder Gymnasiums und der Tsurumine-Highschool aus Chigasaki bei Tokio statt. Im Rahmen eines bunten Abschiedsabends berichteten die japanischen Schüler Interessantes über Japan und ihre Schule, nachdem die 20 japanischen Schüler acht Tage lang das Glinder Gymnasiums besucht hatten. Neben ihren Eindrücken, die sie bei ihren Gastfamilien gewinnen konnten, hatten die Gastschüler auch noch Gelegenheit bei Ausflügen nach Hamburg, Lübeck und Berlin den Norden Deutschlands ein wenig kennen zu lernen.
Erfreulicherweise wurde der Schüleraustausch auch von politischer Seite angemessen gewürdigt und so steuerten gemeinsam Glindes Bürgermeister Zug und der in Hamburg amtierende Konsul Yasushi Fukagawa ihren Beitrag zur Abschlußveranstaltung bei, wobei Konsul Fukagawa zu Recht die Bedeutung von Schüleraustauschprogrammen für die Völkerverständigung und die Verbreitung des Friedens in der Welt betonte.
Diesmal schaffte es das Austauschprogramm sogar auf Seite drei des regionalen Anzeigenblattes - es kann der deutsch-japanischen Sache sicherlich nicht schaden, wenn auch nicht speziell Interessierte von diesen deutsch-japanischen Aktivitäten erfahren.
Der Austausch kann mittlerweile bereits auf eine mehrjährige Tradition zurückblicken und begann seinerzeit aufgrund einer Initiative von Frau Dr. Nakakita vom Nihonjinkai und Herrn Dr. Tabbert von den Japanfreunden Hamburg und startete zunächst vor dem ersten, stiftungsgeförderten Besuch deutscher Schüler in Japan mit einem Japanisch-Sprachkurs, der aber mittlerweile den fehlenden finanziellen Mittel des Landes Schleswig-Holstein (HSH Nordbank sei dank!) und dem achtjährigen "Turbo-Abitur" zum Opfer gefallen ist.
Mit Frau Dr. Reppening und Herrn Christiansen, beide Lehrer des Glinder Gymnasiums, die an der Schule das sogenannte Glinder Asienforum begründeten und bis heute organisieren, konnte aber dank des großen Engagements des Asienforums das Austauschprogramm bis heute fortgeführt werden. Bleibt zu hoffen, dass dieser Schüleraustausch noch möglichst lange weiterbestehen kann. Die Japanfreunde Hamburg wünschen dem Glinder Asienforum weiterhin alles Gute!
Japan in Hamburg: Dieser Blog gibt nach und nach einen kompakten Überblick über das japanische Leben in Hamburg. Alles Wissenswerte, Sehenswerte und aktuelle Veranstaltungs-Hinweise zum Thema Japan in und um Hamburg.
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Donnerstag, 29. August 2013
Freitag, 7. Oktober 2011
Yoshiyuki Kimura rockt Glinde
Liebhaber traditioneller japanischer Instrumente hatten in diesem Monat dank des großzügigen Engagements des japanischen Generalkonsulats gleich doppelt Gelegenheit, in zwei besonderen Konzerten außergewöhnliche und sonst selten zu hörende Klänge zu vernehmen.
Am 30. September ließ das Ensemble "Koden no kai" aus unserer Partnerstadt Osaka im wunderschönen Spiegelsaal des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe die abwesenden Figuren des Bunraku-Figurentheaters lebendig werden. Mit Hilfe der Stimme des "Erzählers", der die ganze Bandbreite der menschlichen Stimme von Rezitation bis Gesang in allen Klangfarben und Intonationen ausschöpfte und dank der gleichwertigen, aber dennoch unaufdringlichen Ergänzung durch die Shamisen wurden die klanglich dargestellten Figuren des Bunraku mit ihren Charakteren und Gefühlen präsent.
Bereits zuvor am 20. September hatten die Besucher des Glinder Asienforums Gelegenheit, ein ganz außergewöhnliches Konzert zu erleben. Yoshiyuki Kimura spielte im ersten Teil des Konzerts die Shamisen und danach im zweiten Teil ein Ensemble von Taiko-Trommeln. Er überraschte sein Publikum immer wieder durch die enorme Dynamik seiner Darbietungen, aber auch durch seine Vielseitigkeit. So vermochte er einerseits einen aufschlußreichen Eindruck traditioneller Stücke zu vermitteln, spielte auf beiden Instrumenten aber auch neue Stücke und eigene Kompositionen.
Immer wieder erläuterte er, übersetzt von Kulturkonsul Yakabe, das Geschehen auf der Bühne und erklärte sowohl die von ihm während des Shamisen-Spiels getragene traditionelle Kleidung als auch viel Wissenswertes über die von ihm gespielten Instrumente, die musikalische Tradition und die vorgetragenen Stücke. Seine gezielte Verbindung von Tradition und Gegenwart fand so nicht nur in der Auswahl seiner Stücke Ausdruck, sondern die Zuschauer hatten im zweiten Teil ungewöhnlicherweise Gelegenheit, einen Taiko-Trommler im neuesten Designer-outfit zu erleben.
Eine ganz einmalige persönliche Note erhielt das Konzert durch die Tatsache, dass Kimura mit einem erstmals öffentlich dargebotenen, eigenen Taiko-Stück von den Trommeln Abschied nahm, die er als zehnjähriger Junge von seinem Vater als Geschenk erhalten hatte. Der Künstler hatte in Hamburg zuvor einen workshop gegeben und sich daraufhin entschlossen, seine Trommeln, die ihn seit seiner Kindheit ein ständiger Begleiter waren, der Hamburger Taiko-Gruppe zu schenken(!), die er bei dem workshop unterrichtet hatte.
In dem anschließenden Abschieds-Stück ließ er der ganzen Bandbreite seines Könnens und seinen Emotionen freien Lauf. Angesteckt von so viel Gefühl und Ausdruckskraft nahm das Publikum im Anschluß daran nur zu gerne die Einladung an, den Künstler bei seinem letzten Stück des Abends akustisch zu begleiten. Das Publikum zeigte sich nicht nur beeindruckt, sondern auch sehr dankbar für diesen außergewöhnlichen Abend und dankte es Kimura mit standing ovations. Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, dass das Konzert dank der Großzügigkeit des japanischen Generalkonsulats keinen Eintritt kostete(!) - kaum zu glauben angesichts eines solch außergewöhnlichen Konzert-Abends, der dem Publikum sicherlich noch lange in erfreulicher Erinnerung bleiben wird - denn wann wurde eine Halle zuvor schon einmal von einer Shamisen gerockt?
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| Ensemble Koden no kai |
Bereits zuvor am 20. September hatten die Besucher des Glinder Asienforums Gelegenheit, ein ganz außergewöhnliches Konzert zu erleben. Yoshiyuki Kimura spielte im ersten Teil des Konzerts die Shamisen und danach im zweiten Teil ein Ensemble von Taiko-Trommeln. Er überraschte sein Publikum immer wieder durch die enorme Dynamik seiner Darbietungen, aber auch durch seine Vielseitigkeit. So vermochte er einerseits einen aufschlußreichen Eindruck traditioneller Stücke zu vermitteln, spielte auf beiden Instrumenten aber auch neue Stücke und eigene Kompositionen.
Immer wieder erläuterte er, übersetzt von Kulturkonsul Yakabe, das Geschehen auf der Bühne und erklärte sowohl die von ihm während des Shamisen-Spiels getragene traditionelle Kleidung als auch viel Wissenswertes über die von ihm gespielten Instrumente, die musikalische Tradition und die vorgetragenen Stücke. Seine gezielte Verbindung von Tradition und Gegenwart fand so nicht nur in der Auswahl seiner Stücke Ausdruck, sondern die Zuschauer hatten im zweiten Teil ungewöhnlicherweise Gelegenheit, einen Taiko-Trommler im neuesten Designer-outfit zu erleben.
Eine ganz einmalige persönliche Note erhielt das Konzert durch die Tatsache, dass Kimura mit einem erstmals öffentlich dargebotenen, eigenen Taiko-Stück von den Trommeln Abschied nahm, die er als zehnjähriger Junge von seinem Vater als Geschenk erhalten hatte. Der Künstler hatte in Hamburg zuvor einen workshop gegeben und sich daraufhin entschlossen, seine Trommeln, die ihn seit seiner Kindheit ein ständiger Begleiter waren, der Hamburger Taiko-Gruppe zu schenken(!), die er bei dem workshop unterrichtet hatte.
In dem anschließenden Abschieds-Stück ließ er der ganzen Bandbreite seines Könnens und seinen Emotionen freien Lauf. Angesteckt von so viel Gefühl und Ausdruckskraft nahm das Publikum im Anschluß daran nur zu gerne die Einladung an, den Künstler bei seinem letzten Stück des Abends akustisch zu begleiten. Das Publikum zeigte sich nicht nur beeindruckt, sondern auch sehr dankbar für diesen außergewöhnlichen Abend und dankte es Kimura mit standing ovations. Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, dass das Konzert dank der Großzügigkeit des japanischen Generalkonsulats keinen Eintritt kostete(!) - kaum zu glauben angesichts eines solch außergewöhnlichen Konzert-Abends, der dem Publikum sicherlich noch lange in erfreulicher Erinnerung bleiben wird - denn wann wurde eine Halle zuvor schon einmal von einer Shamisen gerockt?
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