Zusätzlich zu unserem Veranstaltungskalender möchten wir noch einmal gesondert auf folgende Veranstaltung hinweisen:
Musik und Informationen
“alive ~ hand in hand“ vol. 2
31. März - ab 18.00 Uhr
Freie Evangelische Gemeinde Holstenwall
Michaelispassage 1
22349 (Nähe S1-Station Stadthausbrücke)
Aktion von japanischen Musik-Studierenden in Hamburg und Gästen, veranstaltet von Rikako Oka, die neben neuesten Informationen, Videos und Bildern aus Japan auch verschiedene Stücke klassischer Musik bietet. Es geht dabei auch um die Frage nach dem Inhalt des Lebens, was es bedeutet, reich oder zufrieden zu sein und wie die Zukunft aussehen soll.
Eintritt frei, Spenden erbeten.
Und übrigens: Wer wie die meisten Japaner Baseball liebt, der kann morgen um 13.00 Uhr in der 1. Baseball-Bundesliga beim "First Pitch" der Saison dabei sein, beim Spitzenspiel HSV Stealers vs. Paderborn Untouchables.
Weitere Informationen: www.stealers.de
Japan in Hamburg: Dieser Blog gibt nach und nach einen kompakten Überblick über das japanische Leben in Hamburg. Alles Wissenswerte, Sehenswerte und aktuelle Veranstaltungs-Hinweise zum Thema Japan in und um Hamburg.
Freitag, 30. März 2012
Donnerstag, 29. März 2012
Morgen Benefizkonzert
Zusätzlich zu unserem Veranstaltungskalender möchten wir noch einmal gesondert auf folgende Veranstaltung hinweisen:
2. Benefizkonzert - Hilfe für Japan
Adventkirche
Kriegerdankweg 9
22457 Hamburg-Schnelsen
In Hamburg lebenden japanische Musikerinnen spielen gemeinsam für Japan. Mitwirkende: Hayumi Ino, Noriko Ogura, Yoshiko Oizumi, Takako Takahashi, Hazuki Ogoshi.
Montag, 12. März 2012
Kinetische Kunst als Zukunfts-Labor
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| Susumu Shingu und Renzo Piano |
Vortrag „Breathing Earth“ von Susumu Shingu
Es gab einmal eine Zeit, es ist noch gar nicht so lange her, da galt unter Experten zahlloser Fachrichtungen von der Robotik über die künstliche Intelligenzforschung bis hin zur Informatik und dem Design Tokio als „Hauptstadt des 21. Jahrhunderts“. Dieser Ruf ist zwar noch nicht ganz verloren gegangen, aber es wurde merklich stiller und die ein oder andere aufstrebende Megapolis vom Schlage eines Shanghai eroberte auf vielen Gebieten diesen Ehrentitel für sich. Doch mit dem aus Hamburgs Partnerstadt Osaka stammenden „Windkünstler“ Susumu Shingu trat am 06. März in der Technischen Universität Hamburg-Harburg ein Multi-Macher, man müsste genauer sagen, ein Künstler-Ingenieur vor das Publikum, von dem man behaupten könnte, dass dieser Mann zu denjenigen Persönlichkeiten auf dieser kleinen blauen Kugel zählt, die tatsächlich ihren Teil dazu beitragen, um noch ein Stück weit die Zukunft zu erfinden.
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| Shingu an der TU Hamburg-Harburg |
Doch bis dahin war es ein langer Weg. Shingu erhielt an der Tokioter Universität ursprünglich eine Ausbildung als Maler, bis er seinen italienischen Vorbildern folgte und sich an der Kunstakademie in Rom zusätzlich zum Bildhauer ausbilden ließ. Hier war es vor allem die kinetische Kunst der damaligen Zeit, die ihn in ihren Bann zog. An den von der kinetischen Kunst im dreidimensionalen Raum virtuos eingesetzten Elementen Licht, Klang und Bewegung faszinierte ihn besonders der Aspekt der Bewegung aus natürlichen Energieformen wie Wind und Wasserkraft. Gefördert durch einen Reeder aus Osaka, erschloss sich ihm anlässlich seiner Rückkehr nach Japan erstmals auch die technische Seite seiner späteren Arbieten.
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| Wasser-Wind-Skulptur von Shingu |
Seinen internationalen Durchbruch verdankt er offenbar jedoch Renzo Piano, dem italienischen Stararchitekten der Postmoderne, der Shingu bei wichtigen Bauvorhaben für die „Kunst am Bau“ mit ins Boot holte, die heute allesamt Architekturgeschichte sind. Die zwei bildeten in der Tat über viele Jahre hinweg ein kongeniales Gespann - Shingus Arbeiten sorgten als Blickfang an Pianos Architektur für den krönenden Abschluss. So vermochte er beispielsweise auf Anregung Pianos die eigentlich unsichtbaren Luftströme in einem riesigen Flughafen-Terminal des Architekten mit seiner Kunst zu visualisieren - ein fesselndes Fest für die Augen und mehr als passend für einen Flughafen, konnten die Passagiere so doch die Luftströme, auf denen sie sich in Kürze durch die Lüfte tragen lassen würden, sinnlich erfahren. Unvergessen auch seine „Segel“, die er für den Hafen von Genua erschuf und die an den größten Seefahrer der Stadt erinnern sollen - heute gilt diese Arbeit vollkommen zu Recht als eines ihrer Wahrzeichen und ist aus Genuas Altstadt nicht mehr wegzudenken.
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| "Segel" von Shingu im Altstadt-Hafen von Genua |
Auch wenn sich seine Kunstwerke im Großen und Ganzen immer wieder deutlich an die kinetische Kunst seiner Vorbilder anlehnte, vermochte er im Laufe der Jahrzehnte doch immer wieder auch sehr überraschende Arbeiten zu erschaffen, die eine eigene Formensprache entwickelten.
Die jahrzehntelange Arbeit mit den Kräften der Natur bewirkte bei ihm einerseits einen gewissen verständnisvollen Gleichmut: Auch einen Taifun sieht Shingu trotz seiner zerstörerischen Kraft als Teil der Natur, die dem Menschen jedoch gleichzeitig ein staunenswertes Leben voller kleiner und großer Wunder beschert. Andererseits hat er während eines halben Jahrhunderts intensive Erfahrungen mit den Naturgewalten gesammelt und reiste mehrmals um die ganze Welt, um von unterschiedlichsten Naturvölkern und deren eng mit der Natur verbundenen Lebensweisen zu lernen, die er in vielerlei Hinsicht für zukunftsweisend hält. Dieser Erfahrungsschatz ließ ihn ein besonderes Verhältnis zur Natur entwickeln, das ihn zu seinen aktuellen Projekten „Rice Paddies“ und „Breathing Earth“ führte.
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| Projekt, bei dem Shingus Kunst auf allen Erdteilen aufgestellt wurde |
Das von ihm ins Leben gerufene interdisziplinäre Projekt „Breathing Earth“, das er den zahlreich erschienenen Zuhörern vorstellte, hat in der Tat das Zeug dazu, in vielerlei Hinsicht einige zukünftige Trends vorwegzunehmen und einen Vorgeschmack auf die Art und Weise zu geben, wie zukünftige Generationen vielleicht einmal leben werden oder leben sollten. „Breathing Earth“ hat das Ziel, ein kleines Dorf mittels natürlicher Energieformen wie Wind und Sonnenkraft zum Selbstversorger zu verwandeln.
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| Sich selbst erleuchtende Windkraft-Skulptur |
Shingus kinetische Kunst ist dabei nicht nur hübsch anzusehen in ihren eleganten Bewegungen, sondern produziert dabei auch noch Energie. Der Künstler räumt zwar ein, dass er die perfekte Form noch nicht gefunden habe und der energetische Ertrag seiner Windkunst noch gering sei, aber eine Kunst, die mir das Haus beleuchtet, quasi nebenbei, ist bereits heute beeindruckend. Und er betont, dass seine Kunst besonders geräuscharm ist - wer eine Skulptur von Shingu sich in den Garten stellt, braucht sich also vor Stress mit den Nachbarn nicht zu fürchten. Auch nicht zu verachten ist die Tatsache, dass seine Skulpturen auch an windschwachen Orten ohne Probleme Strom liefern.
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| Eine Windkraft-Skulptur wird konstruiert |
Obwohl das in unserer vermeintlich (post-)postmodernen Welt, in der ja eigentlich alle Utopien auf dem Müllberg der Geschichte gelandet sein sollten, verpönt sein mag, träumt er aufgrund seiner Erfahrungen sowie seinem Respekt vor der Natur und dem Leben von einer Art Öko-Utopie, bei deren Umsetzung er auf die Zusammenarbeit von Künsten und Wissenschaftn aus verschiedenen Fachgebieten setzt - darunter Experten aus der Landwirtschaft, dem Maschinenbau, der Meereskunde und der Astronomie.
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| Reisanbau als Freizeit-Natur-Erlebnis |
Neben der Selbstversorgung steht ferner der übergeordnete Wunsch im Vordergrund, bedrohlichen Schaden an unserer Umwelt und unserem Planeten so gering wie möglich zu halten. Im Rahmen der Projekte „Rice Paddies“ und „Breathing Earth“ wurden so Kinder aus der Region zusammen mit Kindern aus der ganzen Welt eingeladen, um gemeinsam an Freiland-Kursen teilzunehmen, bei denen sie so unterschiedliche Fertigkeiten wie Reisanbau, Naturbeobachtung, aber auch Malerei und Skulptur erlernten.
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| Präsentation verschiedener Schüler-Skulpturen |
Weil für seine Generation nach Shingus Aussage Reisfelder eine Art Spielplatz waren, versucht er beim Projekt „Rice Paddies“ so auch Bildschirmkindern etwas Naturerfahrung und Respekt vor Natur und dem Leben zu vermitteln sowie Menschen mehrerer Generationen und Nationen zu vereinen. Die von ihm vorgeführte Dokumentation der Projekte zeigte, dass beide Kunst-Aktionen in einem interdisziplinären Kunst-Festival mündeten, das auch verschiedene musikalische Darbietungen einschloss und in Zukunft hoffentlich zu einer Dauereinrichtung werden soll. Ein Festival verschiedener Künste, der Natur und der alltagstauglichen Öko-Technologie, das die Besucher sich früher oder später als Teil des Kosmos’ fühlen lässt.
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| Konzert im Rahmen des Kunst-Festivals |
Am Schluss liess der umfassende und entspannte Vortrag viele strahlende Gesichter zurück und nur noch eine einzige Frage offen:
Wann bekommt Hamburg endlich eine Skulptur von Susumu Shingu?
Wann bekommt Hamburg endlich eine Skulptur von Susumu Shingu?
Sonntag, 11. März 2012
Heute Benefiz-Konzert
Dienstag, 6. März 2012
Hina Matsuri und Kampfkunst-Forum
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| Eröffnungszeremonie und "Puppenberg" |
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| Kalligraphie-Kurs und Märchenstunde |
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| Kämpfen und Spenden für Japan |
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| Lesefutter und leckere japanische Süssigkeiten |
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| Origami und Kamishibai |
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| Cosplayer stellen sich ihren Fans |
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| 4. Reinbeker Kampfkunstforum |
Nach dem Schnuppertraining konnte das Publikum im Rahmen ausführlicher Vorführungen erleben, was in den unterschiedlichen Disziplinen langfristig erreicht werden kann, erfuhren aber auch viel über die möglichen Anwendungen und Hintergründe der einzelnen Sparten. Dabei hatten die Reinbeker auch viel Spektakuläres zu bieten: Bei spannenden, mitunter „filmreifen“, action-geladenen Vorführungen zu aufpeitschender Musik erlebten die Besucher die Kampfkünste auf beeindruckendem Niveau, nicht zuletzt dank der mitunter sehr hoch graduierten Trainer des Vereins. Dabei wurde eine erstaunliche Bandbreite deutlich: Von meditativen Elementen mancher Kampfkünste bis hin zur Verteidigung gegen bewaffnete Angreifer auf der Straße.
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| Iaido-Schnuppertraining |
Doch bei all diesen spektakulären Leistungen sollte nicht vergessen werden, dass das Reinbeker Kampfkunstforum in diesem Jahr unter einem besonders verdienstvollen Motto stand: Die Veranstaltung war Teil eines landesweiten Projektes, bei dem mit Hilfe der Kampfkünste Familiensport neu belebt werden sollte. Denn wie die Vorführenden überzeugend bewiesen: Die gezeigten Kampfkünste lassen sich sowohl von den Jüngsten als auch noch in sehr fortgeschrittenem Alter betreiben - also eine sehr gute Möglichkeit für mehrere Generationen einer Familie die Freude an diesen Sportarten zu teilen.
Homepage: http://www.tsv-reinbek.de/
Dienstag, 28. Februar 2012
Neuer Roman von Yoko Ogawa
Literarische Liebeserklärung an die Mathematik
als Kunst-Religion
Yoko Ogawa hätte der Star des Japan-Tags des jüngsten Harbour Front Literaturfestivals werden sollen (an dem auch die Japanfreunde Hamburg mit einer Lesung teilnahmen) und nachdem die Veranstalter bereits die Zusage erhalten hatten, klappte es dann leider kurzfristig doch nicht. Besonders bedauerlich für Hamburg, denn Ogawa war bereits einmal im Jahr 2003 im Rahmen des Berliner Internationalen Literaturfestivals zu Gast in Deutschland. Sie ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Japans und ihre seit gut zehn Jahren auf Deutsch erschienenen Romane haben ihr auch in Deutschland eine große und treue Fan-Gemeinde eingebracht.
Wie ist also der neue Roman von ihr?
„Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ (Originaltitel „Hakase no Aishita Sushiki“) erschien in Japan bereits 2003, in Deutschland nun vor einer Woche und einem Tag. Wer Ogawas Art zu erzählen mag, der wird auch hier voll auf seine Kosten kommen, das Buch ist vor allem in stilistischer Hinsicht ein für Ogawa sehr typischer Roman, zeigt inhaltlich aber völlig neue Qualitäten, die man von Ogawa in dieser Form so auf Deutsch gar nicht kennt.
Das fängt bereits mit dem Thema an. Mathematik? Naturwissenschaft? Ist das denn interessant? - Nun, für Japaner offenbar schon, denn zweieinhalb Millionen Mal(!) verkaufte sich dort der Roman, bevor er in 16 Sprachen übersetzt wurde.
Das deutsche Publikum tut sich erfahrungsgemäß schwer mit dem crossover von Wissenschaft und Kunst - der grandiose historische Roman über das unfassbar abenteuerliche Leben des (Berliner) Erfinders des Computers, Konrad Zuse, dessen Erlebnisse im Bombenhagel des 2. Weltkriegs den Adrenalinspiegel der Leser unfreiwillig in die Höhe treiben, schaffte es in Deutschland nicht in die Bestseller-Listen, obwohl mancher fiktive Geheimagent im Vergleich zu dieser realen Lebensgeschichte wie ein blasser Langweiler dasteht.
Also Mathematik. Worum geht es? Ein brillanter Mathematikprofessor, ein stilles Genie, das immer wieder die internationale Fachwelt zu überraschen vermag, überlebt einen schweren Verkehrsunfall, hat allerdings Zeit seines restlichen Lebens mit einem höchst ungewöhnlichen Folgeschaden zu leben: Sein Kurzzeitgedächtnis umfasst nur noch achtzig Minuten, danach erinnert er sich an nichts mehr und alles beginnt für ihn von vorn, ähnlich wie die Endlosschleife einer alten Videokassette, die immer wieder neu bespielt wird.
Um in seinem Alltag wenigstens grob zurecht zu kommen, heftet er sich kleine Notiz-Zettel an alle möglichen Stellen seiner Kleidung, die ihn alle achtzig Minuten an die ‚basics‘ seines Lebens erinnern sollen. Diese und ein Arsenal weiterer skurriler Verhaltensweisen lassen die Figur den Lesern äußerst plastisch und lebendig vor Augen treten - und sicherlich in ihr Herz schließen. Der Professor lebt in der Obhut seiner Schwägerin und verschleisst wegen seiner schwer zu ertragenden Eigenheiten eine Haushälterin nach der anderen. Erst mit Haushälterin Nummer 9 und ihrem liebenswerten Sohn wird alles anders.
Ob die beiden wollen oder nicht, sie sind aufgrund der unfreiwilligen Eigenarten des Professor gezwungen, in dessen Welt einzutauchen. Puuh... ein Mathe-Genie... wie soll man das bloss aushalten? Was dann passiert, ist aber vollkommen überraschend.
Mathe ist bei Ogawa nämlich ganz anders, als wir das aus der Schule kennen. Der Professor ist ein ‚echtes‘ Genie, das nicht nur gut rechnen kann, sondern der mit seiner Art der Mathematik stets auf der Suche nach der ‚Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit‘ ist. Ein romantischer Topos? Bei Ogawa ein wenig, durchaus. Denn die Mathematik entpuppt sich bei Ogawas Professor als ein Mittel, im scheinbar schnöden, unspektakulären Lebensalltag neue Bedeutungen zu entdecken, unerkannte Beziehungen zwischen den Menschen, zwischen den Menschen und den Dingen, aber auch zwischen den Menschen, den Dingen und der Natur zu erkennen, oft sogar einen winzig kleinen Einblick in die ewigen Gesetze des Universums und die einer höhren Macht zu erhaschen. Gemeinsam mit Haushälterin Nummer 9 gehen die Leser so auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise, bei der auch die ästhetische Seite der Mathematik immer wieder aufscheint. Die Haushälterin kommt so aus dem Staunen nicht mehr heraus, fängt, im Rahmen ihrer laienhaften Möglichkeiten, sogar selber an, sich für die Wunder der Mathematik zu begeistern.
Wie schafft der Roman das? - Gibt es in dem Roman etwa Zahlen, Formeln, mathematische Grafiken? Haltet euch fest: Ja, die gibt es. Tatsächlich. In einem Roman. Und der Roman ‚funktioniert‘ - man wäre hier geneigt zu schreiben ‚dennoch‘ -, aber genau das stimmt in diesem Fall nicht. Und das macht den Roman angesichts des schwierigen Themas so bemerkenswert. Der Roman funktioniert nicht trotz, sondern gerade mit der Mathematik. Ein bemerkenswerter Aha-Effekt.
Auch wenn mir persönlich als jemanden, für den die Schul-Mathematik ein nicht enden wollendes Horrorspektakel darstellte, in manchen Passagen die Darstellung etwas zu ausführlich erschien, schafft es der Roman dennoch mit viel Liebe und Hingabe an die Sache, selbst solch hoffnungslosen Fällen wie mir die ‚Wunder der Mathematik‘ deutlich zu machen, insbesondere auch, zu welchen oft faszinierenden Erkenntnissen man kommen kann, wenn man versucht, die Welt mit den Augen der Mathematik zu sehen.
Die so wahrnehmbare ‚Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit‘ mit ihren ewigen Gesetzen geben den Romanfiguren immer wieder einen starken inneren Halt, insbesondere, wenn ihre Psyche in unerbittlich-grausame Abgründe blicken muss. Hier wird die Mathematik gerade mit Hilfe ihrer ästhetischen und philosophischen Seiten zu einer Art Religion ohne Religiosität, einer Art intellektueller Kunst-Religion, die ihre Anhänger die Welt neu und reicher erfahren lässt. Und wer möchte, kann als Leser davon einfach etwas mit in sein Leben hinein nehmen.
Umgekehrt bringen Haushälterin und Sohn aber auch die bis dahin verschüttete menschliche und emotionale Seite des Professors wieder zurück in seine schwierige, überschaubar kleine Alltagswelt. Eine tragische, vergangene Liebe, seine mehr als vorbildliche väterliche Sorge um den Sohn der Haushälterin, ungewohnte menschliche Nähe, eine bedingungslose Leidenschaft für Baseball und vieles anderes, Herzerwärmendes und Trauriges, allesamt besondere Momente aus der ganzen Bandbreite eines eigenwilligen Lebens.
Der Roman fragt aber auch sehr geschickt nach dem, was bleibt - am Ende eines Lebens, was einen Menschen in seinem Kern ausmacht, wie wichtig das Erinnern für die Identität eines Menschen ist, was die innere und äußere Würde eines Menschen ausmacht, worauf es rückblickend in einem Leben ankommt...
Trotz aller Lebendigkeit der Figuren entwickelt dieser Roman Ogawas vielleicht nicht die verblüffende, metaphysische Sogwirkung, die viele ihrer anderen Arbeiten so besonders macht. Dafür bietet der Roman viel anregenden Stoff zum Nachdenken, wobei sie es schafft, dem ihr zentralen Thema Spiritualität eine für ihr Werk neue und wichtige Facette abzugewinnen, wodurch ihr Werk nun als wesentlich ganzheitlicher ausgerichtet erscheint. Ein Roman, der sicherlich viele Augen öffnet und dessen Kunst-Religion hoffnungsfroh stimmt.
Der Verlag Liebeskind hat sich um die Etablierung der Autorin in Deutschland bislang sehr verdient gemacht, ihr eine Fan-Gemeinde erschlossen, die der Verlag mit regelmäßigen Neu-Veröffentlichung gut versorgt. Die Bücher sind nicht nur ansprechend gestaltet, auch findet sich - so weit ich dies beurteilen kann - in der Übersetzung nur selten einmal ein (wenn dann marginaler) Fehler. Was aber heftig zu bedauern bleibt: Die deutsche Leserschaft erreichen die Bücher Ogawas nur mit einer gehörigen Verspätung - im vorliegenden Fall erschien der Roman in Japan fast zehn Jahre früher.
Wenn die größte deutsche Buchhandelskette anfängt, in ihren Buchhandlungen nun auch diverse Geschenkartikel und bald wohl mehrheitlich „non-books“ anzubieten, nachdem bereits vielerorts die Gastronomie dort eingezogen war, macht dies überdeutlich, dass den Verlagen in Deutschland ein eiskalter Wind stramm ins Gesicht weht.
Deshalb sollten die verbliebenen Leser aufrichtiges Verständnis dafür zeigen, dass ein Verlag erst einmal abwartet, ob sich ein Titel international in Gestalt hoher Verkaufszahlen bewährt, bevor er das Risiko eingeht, das Buch auch auf dem demografisch schrumpfenden deutschen Markt zu veröffentlichen. So jedoch sind die deutschen Leser, die nicht über profunde Japanisch-Kenntnisse verfügen, von der aktuellen literarischen Entwicklung in Japan restlos abgeschnitten, haben keine Chance zu erfahren, in welche Richtung sich ihre Lieblingsautorin aktuell entwickelt.
Das ist sehr schade. Denn die Sprache der Kunst wie auch der Mathematik lebt vom internationalen Austausch, vom zeitgenössischen Dialog derjenigen Menschen, die in diesen gedachten Welten leben.
als Kunst-Religion
Yoko Ogawa hätte der Star des Japan-Tags des jüngsten Harbour Front Literaturfestivals werden sollen (an dem auch die Japanfreunde Hamburg mit einer Lesung teilnahmen) und nachdem die Veranstalter bereits die Zusage erhalten hatten, klappte es dann leider kurzfristig doch nicht. Besonders bedauerlich für Hamburg, denn Ogawa war bereits einmal im Jahr 2003 im Rahmen des Berliner Internationalen Literaturfestivals zu Gast in Deutschland. Sie ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Japans und ihre seit gut zehn Jahren auf Deutsch erschienenen Romane haben ihr auch in Deutschland eine große und treue Fan-Gemeinde eingebracht.
Wie ist also der neue Roman von ihr?
„Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ (Originaltitel „Hakase no Aishita Sushiki“) erschien in Japan bereits 2003, in Deutschland nun vor einer Woche und einem Tag. Wer Ogawas Art zu erzählen mag, der wird auch hier voll auf seine Kosten kommen, das Buch ist vor allem in stilistischer Hinsicht ein für Ogawa sehr typischer Roman, zeigt inhaltlich aber völlig neue Qualitäten, die man von Ogawa in dieser Form so auf Deutsch gar nicht kennt.
Das fängt bereits mit dem Thema an. Mathematik? Naturwissenschaft? Ist das denn interessant? - Nun, für Japaner offenbar schon, denn zweieinhalb Millionen Mal(!) verkaufte sich dort der Roman, bevor er in 16 Sprachen übersetzt wurde.
Das deutsche Publikum tut sich erfahrungsgemäß schwer mit dem crossover von Wissenschaft und Kunst - der grandiose historische Roman über das unfassbar abenteuerliche Leben des (Berliner) Erfinders des Computers, Konrad Zuse, dessen Erlebnisse im Bombenhagel des 2. Weltkriegs den Adrenalinspiegel der Leser unfreiwillig in die Höhe treiben, schaffte es in Deutschland nicht in die Bestseller-Listen, obwohl mancher fiktive Geheimagent im Vergleich zu dieser realen Lebensgeschichte wie ein blasser Langweiler dasteht.
Also Mathematik. Worum geht es? Ein brillanter Mathematikprofessor, ein stilles Genie, das immer wieder die internationale Fachwelt zu überraschen vermag, überlebt einen schweren Verkehrsunfall, hat allerdings Zeit seines restlichen Lebens mit einem höchst ungewöhnlichen Folgeschaden zu leben: Sein Kurzzeitgedächtnis umfasst nur noch achtzig Minuten, danach erinnert er sich an nichts mehr und alles beginnt für ihn von vorn, ähnlich wie die Endlosschleife einer alten Videokassette, die immer wieder neu bespielt wird.
Um in seinem Alltag wenigstens grob zurecht zu kommen, heftet er sich kleine Notiz-Zettel an alle möglichen Stellen seiner Kleidung, die ihn alle achtzig Minuten an die ‚basics‘ seines Lebens erinnern sollen. Diese und ein Arsenal weiterer skurriler Verhaltensweisen lassen die Figur den Lesern äußerst plastisch und lebendig vor Augen treten - und sicherlich in ihr Herz schließen. Der Professor lebt in der Obhut seiner Schwägerin und verschleisst wegen seiner schwer zu ertragenden Eigenheiten eine Haushälterin nach der anderen. Erst mit Haushälterin Nummer 9 und ihrem liebenswerten Sohn wird alles anders.
Ob die beiden wollen oder nicht, sie sind aufgrund der unfreiwilligen Eigenarten des Professor gezwungen, in dessen Welt einzutauchen. Puuh... ein Mathe-Genie... wie soll man das bloss aushalten? Was dann passiert, ist aber vollkommen überraschend.
Mathe ist bei Ogawa nämlich ganz anders, als wir das aus der Schule kennen. Der Professor ist ein ‚echtes‘ Genie, das nicht nur gut rechnen kann, sondern der mit seiner Art der Mathematik stets auf der Suche nach der ‚Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit‘ ist. Ein romantischer Topos? Bei Ogawa ein wenig, durchaus. Denn die Mathematik entpuppt sich bei Ogawas Professor als ein Mittel, im scheinbar schnöden, unspektakulären Lebensalltag neue Bedeutungen zu entdecken, unerkannte Beziehungen zwischen den Menschen, zwischen den Menschen und den Dingen, aber auch zwischen den Menschen, den Dingen und der Natur zu erkennen, oft sogar einen winzig kleinen Einblick in die ewigen Gesetze des Universums und die einer höhren Macht zu erhaschen. Gemeinsam mit Haushälterin Nummer 9 gehen die Leser so auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise, bei der auch die ästhetische Seite der Mathematik immer wieder aufscheint. Die Haushälterin kommt so aus dem Staunen nicht mehr heraus, fängt, im Rahmen ihrer laienhaften Möglichkeiten, sogar selber an, sich für die Wunder der Mathematik zu begeistern.
Wie schafft der Roman das? - Gibt es in dem Roman etwa Zahlen, Formeln, mathematische Grafiken? Haltet euch fest: Ja, die gibt es. Tatsächlich. In einem Roman. Und der Roman ‚funktioniert‘ - man wäre hier geneigt zu schreiben ‚dennoch‘ -, aber genau das stimmt in diesem Fall nicht. Und das macht den Roman angesichts des schwierigen Themas so bemerkenswert. Der Roman funktioniert nicht trotz, sondern gerade mit der Mathematik. Ein bemerkenswerter Aha-Effekt.
Auch wenn mir persönlich als jemanden, für den die Schul-Mathematik ein nicht enden wollendes Horrorspektakel darstellte, in manchen Passagen die Darstellung etwas zu ausführlich erschien, schafft es der Roman dennoch mit viel Liebe und Hingabe an die Sache, selbst solch hoffnungslosen Fällen wie mir die ‚Wunder der Mathematik‘ deutlich zu machen, insbesondere auch, zu welchen oft faszinierenden Erkenntnissen man kommen kann, wenn man versucht, die Welt mit den Augen der Mathematik zu sehen.
Die so wahrnehmbare ‚Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit‘ mit ihren ewigen Gesetzen geben den Romanfiguren immer wieder einen starken inneren Halt, insbesondere, wenn ihre Psyche in unerbittlich-grausame Abgründe blicken muss. Hier wird die Mathematik gerade mit Hilfe ihrer ästhetischen und philosophischen Seiten zu einer Art Religion ohne Religiosität, einer Art intellektueller Kunst-Religion, die ihre Anhänger die Welt neu und reicher erfahren lässt. Und wer möchte, kann als Leser davon einfach etwas mit in sein Leben hinein nehmen.
Umgekehrt bringen Haushälterin und Sohn aber auch die bis dahin verschüttete menschliche und emotionale Seite des Professors wieder zurück in seine schwierige, überschaubar kleine Alltagswelt. Eine tragische, vergangene Liebe, seine mehr als vorbildliche väterliche Sorge um den Sohn der Haushälterin, ungewohnte menschliche Nähe, eine bedingungslose Leidenschaft für Baseball und vieles anderes, Herzerwärmendes und Trauriges, allesamt besondere Momente aus der ganzen Bandbreite eines eigenwilligen Lebens.
Der Roman fragt aber auch sehr geschickt nach dem, was bleibt - am Ende eines Lebens, was einen Menschen in seinem Kern ausmacht, wie wichtig das Erinnern für die Identität eines Menschen ist, was die innere und äußere Würde eines Menschen ausmacht, worauf es rückblickend in einem Leben ankommt...
Trotz aller Lebendigkeit der Figuren entwickelt dieser Roman Ogawas vielleicht nicht die verblüffende, metaphysische Sogwirkung, die viele ihrer anderen Arbeiten so besonders macht. Dafür bietet der Roman viel anregenden Stoff zum Nachdenken, wobei sie es schafft, dem ihr zentralen Thema Spiritualität eine für ihr Werk neue und wichtige Facette abzugewinnen, wodurch ihr Werk nun als wesentlich ganzheitlicher ausgerichtet erscheint. Ein Roman, der sicherlich viele Augen öffnet und dessen Kunst-Religion hoffnungsfroh stimmt.
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| (c) Tadashi Okochi |
Wenn die größte deutsche Buchhandelskette anfängt, in ihren Buchhandlungen nun auch diverse Geschenkartikel und bald wohl mehrheitlich „non-books“ anzubieten, nachdem bereits vielerorts die Gastronomie dort eingezogen war, macht dies überdeutlich, dass den Verlagen in Deutschland ein eiskalter Wind stramm ins Gesicht weht.
Deshalb sollten die verbliebenen Leser aufrichtiges Verständnis dafür zeigen, dass ein Verlag erst einmal abwartet, ob sich ein Titel international in Gestalt hoher Verkaufszahlen bewährt, bevor er das Risiko eingeht, das Buch auch auf dem demografisch schrumpfenden deutschen Markt zu veröffentlichen. So jedoch sind die deutschen Leser, die nicht über profunde Japanisch-Kenntnisse verfügen, von der aktuellen literarischen Entwicklung in Japan restlos abgeschnitten, haben keine Chance zu erfahren, in welche Richtung sich ihre Lieblingsautorin aktuell entwickelt.
Das ist sehr schade. Denn die Sprache der Kunst wie auch der Mathematik lebt vom internationalen Austausch, vom zeitgenössischen Dialog derjenigen Menschen, die in diesen gedachten Welten leben.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Kaiserliche Ehrung für Hamburger Budo-Gründer
Man kann es sich in diesen Krisenzeiten, in denen es nur um Einsparungen, Kürzungen und den Abbau von Infrastrukturen geht - und in denen wir uns auf dem Weg zur Arbeit seit nunmehr drei Jahren(!) selbst in Nobel-Stadtteilen Tag für Tag über die immer gleichen Schlaglöcher hinwegquälen - kaum vorstellen, dass es einmal eine Zeit gab, in der noch etwas dauerhaft Wertvolles aufgebaut wurde. Das Alster Dojo ist solch ein besonderer Ort in Hamburg und selbst wer als Hamburger Kampfsportler einem anderen Dojo angehört wird gerne neidlos und voller Anerkennung zugeben, dass dieses Juwel unter den Hamburger Kampfsport-Orten wohl der schönste und "japanischste" Ort in Hamburg ist, um traditionelle japanische Kampfkünste wie Iaido, Kendo, Sojutsu oder Kyudo zu üben.
Zu verdanken hat dies die Hansestadt einem Wahlhamburger, der sich weit über die Grenzen Hamburgs hinaus um die traditionellen japanischen Kampfkünste verdient gemacht hat. Feliks Hoff gründete zunächst 1969 Hamburgs erste Kyudo-Gruppe und war lange Jahre
in leitender Position in wichtigen Verbänden tätig, wobei Hoff beispielsweise nicht nur Präsident des deutschen Kyudo-Bundes war und dessen Ehrenpräsident ist, sondern auch hier zu den Gründern und "Motoren" zählte. Heute darf dieser Verband mit Stolz feststellen, der mitgliederstärkste Verband außerhalb Japans zu sein. Neben beeindruckenden Erfolgen bei nationalen und internationalen Wettbewerben, darunter dem Weltmeistertitel in der Kategorie der Kyudo-Lehrer im vergangenen Jahr, durfte sich der frühere Bundestrainer auch über eine Nominierung zu Hamburgs "Sportler des Jahres" freuen. Doch nicht nur für Kyudo, auch für das Iaido hat Hoff-sensei viel getan, darunter als mehrfacher Buchautor.
Freunde des japanischen Gartens in Planten un Blomen erinnern sich immer wieder gerne der beeindruckenden, stimmungsvollen Vorführungen des Alster Dojos rund um das japanische Teehaus. Vor "stilechter" Kulisse zeigte der Verein mehrfach im Sommer Kyudo, eine Gruppenvorführung Iaido und Kendo sowie den äußerst selten zu sehenden japanischen Speerkampf. Das Alster Dojo, dessen Präsident Hoff bis heute ist, wurde so über die Jahrzehnte zu einer kontinuierlichen Anlaufstelle für Kampfkunst-Begeisterte und dank seiner internationalen Ausrichtung eine der wichtigsten Brücken zwischen Hamburg und Japan. Im Gegensatz zu manchen Renommiersüchtigen, die sich gerne auf Steuerzahlerkosten bei Senatsempfängen bewirten lassen und außer dem Verzehr japanischer Spezialitäten wenig für die hamburgisch-japanische Freundschaft tun, erweist sich gerade in Zeiten einer wechselhaften, krisengebeutelten Wirtschaftslage die Hamburger Budo-Szene als dauerhafter Garant deutsch-japanischer Freundschaft.
Um die nunmehr vier Jahrzehnte andauernden Verdienste Hoffs zu ehren, wird ihm am 13. Dezember im Rahmen einer Zeremonie in der Handelskammer im Namen des japanischen Kaisers Akihito der Orden der "aufgehenden Sonne, goldene Strahlen mit Rosette" durch Generalkonsul Setsuo Kosaka verliehen (siehe auch unseren Veranstaltungskalender). Dabei sollen passenderweise auch einige japanische Kampfsportarten vorgeführt werden.
Wir gratulieren von Herzen!
Und hier geht's zum Alster Dojo e.V.: http://alster-dojo.dnsdojo.org/
Wer bei der Verleihung noch mit dabei sein möchte, wende sich bitte an das japanische Generalkonsulat: http://www.hamburg.emb-japan.go.jp/
Zu verdanken hat dies die Hansestadt einem Wahlhamburger, der sich weit über die Grenzen Hamburgs hinaus um die traditionellen japanischen Kampfkünste verdient gemacht hat. Feliks Hoff gründete zunächst 1969 Hamburgs erste Kyudo-Gruppe und war lange Jahre
in leitender Position in wichtigen Verbänden tätig, wobei Hoff beispielsweise nicht nur Präsident des deutschen Kyudo-Bundes war und dessen Ehrenpräsident ist, sondern auch hier zu den Gründern und "Motoren" zählte. Heute darf dieser Verband mit Stolz feststellen, der mitgliederstärkste Verband außerhalb Japans zu sein. Neben beeindruckenden Erfolgen bei nationalen und internationalen Wettbewerben, darunter dem Weltmeistertitel in der Kategorie der Kyudo-Lehrer im vergangenen Jahr, durfte sich der frühere Bundestrainer auch über eine Nominierung zu Hamburgs "Sportler des Jahres" freuen. Doch nicht nur für Kyudo, auch für das Iaido hat Hoff-sensei viel getan, darunter als mehrfacher Buchautor.
Freunde des japanischen Gartens in Planten un Blomen erinnern sich immer wieder gerne der beeindruckenden, stimmungsvollen Vorführungen des Alster Dojos rund um das japanische Teehaus. Vor "stilechter" Kulisse zeigte der Verein mehrfach im Sommer Kyudo, eine Gruppenvorführung Iaido und Kendo sowie den äußerst selten zu sehenden japanischen Speerkampf. Das Alster Dojo, dessen Präsident Hoff bis heute ist, wurde so über die Jahrzehnte zu einer kontinuierlichen Anlaufstelle für Kampfkunst-Begeisterte und dank seiner internationalen Ausrichtung eine der wichtigsten Brücken zwischen Hamburg und Japan. Im Gegensatz zu manchen Renommiersüchtigen, die sich gerne auf Steuerzahlerkosten bei Senatsempfängen bewirten lassen und außer dem Verzehr japanischer Spezialitäten wenig für die hamburgisch-japanische Freundschaft tun, erweist sich gerade in Zeiten einer wechselhaften, krisengebeutelten Wirtschaftslage die Hamburger Budo-Szene als dauerhafter Garant deutsch-japanischer Freundschaft.
Um die nunmehr vier Jahrzehnte andauernden Verdienste Hoffs zu ehren, wird ihm am 13. Dezember im Rahmen einer Zeremonie in der Handelskammer im Namen des japanischen Kaisers Akihito der Orden der "aufgehenden Sonne, goldene Strahlen mit Rosette" durch Generalkonsul Setsuo Kosaka verliehen (siehe auch unseren Veranstaltungskalender). Dabei sollen passenderweise auch einige japanische Kampfsportarten vorgeführt werden.
Wir gratulieren von Herzen!
Und hier geht's zum Alster Dojo e.V.: http://alster-dojo.dnsdojo.org/
Wer bei der Verleihung noch mit dabei sein möchte, wende sich bitte an das japanische Generalkonsulat: http://www.hamburg.emb-japan.go.jp/
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